Sex im Alter

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Das Thema "Sex im Alter" wurde lange Zeit tabuisiert. Mit dem Heranwachsen jener Generationen, die zum Thema "Sex" ein wesentlich unbefangeneres Verhältnis haben, beginnen sich aber auch hier Tabus aufzulösen. Dass Sex bis ins hohe Alter bei vielen Menschen ein sehr wichtiges Lebenselement bleibt, wird kaum jemand mehr leugnen. Und gerade das Alter bietet ein Umfeld, in dem Sex wesentlich zum Lebensglück beitragen kann. Befreit von den Zwängen der Quantität hat man nach Beendigung der Berufstätigkeit alle Zeit der Welt, Qualität ins eigene Sexualleben zu bringen. Elemente wie Zärtlichkeit, Verständnis für Vorlieben und Schwächen beim Sexualpartner, Einfühlungsvermögen treten in den Vordergrund; zurück bleiben die Ängste über Empfängnisverhütung, durch Unruhe bzw. Stress verursachtes "Versagen" usw.

Freilich, es gibt auch weniger optimistische Aspekte: Verlust des Partners, Entwicklung des eigenen Körpers hin zu einem Aussehen, das dem "Schönheitsidealen" der Gesellschaft nicht mehr entspricht, die dritten Zähne, Nachlassen der Potenz, Scheidentrockenheit (siehe auch Stichwort Vaginitis) usw. verlangen nach Umdenken, Bereitschaft sich dem Problem zu stellen, neuen Lernprozessen, aktivem Handeln; kurz: eine Weiterbildung der eigenen Persönlichkeit. Die Rolle und das Verhalten des Partners spielt dabei naturgemäß eine sehr wichtige Rolle. Das Gespräch und das damit verbundene Vermögen, seine Nöte, Gefühle, Ängste und Wünsche artikulieren zu können sind die Schlüssel zu Problemlösungen. Unvermögen auf diesem Gebiet kann zu Aggressionen und Depressionen führen.

Oft angesprochen ist die Quantität des Sexualverkehrs bzw. was diesbezüglich "normal" ist. Fest steht, a) dass es hier sehr große individuelle Schwankungsbreiten gibt und b) dass Männer gewöhnlich öfter das Verlangen nach Orgasmus haben als Frauen. Das Verlangen von Frauen ist zwar ebenso ausgeprägt, jedoch nicht so sehr an einen erlebten Orgasmus gebunden. Zärtlichkeit und Verbundenheit werden ebenso erfüllend empfunden. Medial transportierten Normen "nachzueifern" wäre grundfalsch. Wesentlich wichtiger ist, a) zur eigenen Bedürfnisfrequenz zu stehen und b) mit dem Partner Übereinstimmung bezüglich Bedürfnisqualität zu erzielen. Selbst in langjährigen Beziehung kann es vorkommen, dass beide Partner nie etwas über Wünsche und Neigungen des anderen erfahren. Man vermeidet das Gespräch oft aus Angst, als "pervers" eingestuft zu werden. Sex bleibt in diesen Bereichen Tabuthema.

Stress, übermäßiger Nikotin-, Drogen- und Alkoholkonsum wirken sich negativ auf die Sexualfunktionen aus. Auch Medikamente gegen Bluthochdruck (Hypertonie) wirken lustdämpfend. Eine weitere Hürde für das Lustempfinden können Schmerzen sein (Bewegungsapparat, allgemeine Schmerzzustände oder Schmerzen, die die erogenen Zonen betreffen).

Bei Problemen rund um die Sexualität helfen:

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offen Gespräche mit dem Partner

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Gespräche mit guten Freunden

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die Lektüre entsprechender Bücher

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Eheberatungsstellen

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Sexualberater und -therapeuten

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verständnisvolle und einschlägig fortgebildete praktische Ärzte