Säure-Basen Gleichgewicht

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Unsere Vorfahren bevorzugten eine mehr oder weniger ausgewogene Mischkost, welche trotz großer Mengen an tierischem Eiweiß, durch einen Überschuß an basenbildenden Stoffen (Gemüse, Obst, etc.) charakterisiert war. Im Gegensatz dazu ist die heutige Ernährung, zumindest was die modernen westlichen Industrienationen betrifft, durch eine große Menge an säurebildenenden Nährstoffen (Fleisch, Weißmehlprodukte etc.) geprägt.

 

Welchen Einfluß hat die Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt?

Über die Bedeutung der Ernährung im Zusammenhang mit der latenten Übersäuerung des Organismus wurde lange Zeit kontrovers diskutiert.
Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft kann nunmehr davon ausgegangen werden, dass die Nährstoffzufuhr nicht den einzigen, aber doch einen sehr bedeutsamen Faktor in diesem Zusammenhang darstellt.

Wie Lebensmittel auf das Säure-Basen-Gleichgewicht wirken ist nicht abhängig von deren pH-Wert (1 bis unter 7 = sauer; über 7 bis 14 = basisch; 7 ist neutral z. B. Wasser) sondern vom Nettoeffekt, d.h. was nach der Verdauung im Körper übrigbleibt (z. B. sind Zitronen sauer, aber im Organsimus basisch).

Die Lebensmittel kann man folglich in Säure- und Basenbildner einteilen:

Überwiegend "Säurebildend"
(Vor allem schwefelhältige Aminosäuren aus den eiweißreichen Lebensmitteln sowie phosphatreiche Nahrungsmittel)
  Überwiegend "Basenbildend"
(Im wesentlichen Lebensmittel, die reich an Mine-ralstoffen und Spurenelementen sind)
* Fleisch, Wurstwaren (enthalten sehr oft Phosphate als Bindemittel)   * Alle frischen Gemüsesorten (Ausnahme Spinat)
* Fisch   * Obst
* Weißmehlprodukte (auch Teigwaren)   * Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen)
* Walnüsse, Erdnüsse, Haselnüsse   * Voll- oder Magermilch
* Manche Käsesorten (z. B. Gouda)   * Milchprodukte (Joghurt, Buttermilch, Molke)

 

TIPPS der Ernährungswissenschaftlerin:
Bei Gesunden kann es trotz mangelnden Säure-Basen-Bewußtsein, aufgrund der Regelmechanismen des Körpers, zu keiner Übersäuerung kommen. Dennoch sollten Sie, um auch weiterhin gesund zu bleiben, eine abwechslungsreiche, ausgewogene und vorwiegend pflanzliche Ernährung zu sich nehmen:
bulletBereichern Sie Ihren Speiseplan mit einem hohen Getreide-, Kartoffel-, Gemüse- und Obstanteil. Diese Lebensmittel enthalten viele lebensnotwendige Nährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) und zudem Ballststoffe welche u. a. die Verdauung fördern.
 
bulletProteinreiche Lebensmittel wie beispielsweise Fleisch und Wurstwaren sollten in Maßen genossen werden (2 x pro Woche). Meeresfisch sollte mindestens 1x pro Woche verzehrt werden.
 
bulletGenießen Sie täglich ein Milchprodukt (z. B. ein fettarmes Joghurt mit oder ohne Frucht - achten Sie dabei auf den Zuckergehalt) oder 1 Glas Voll- oder Magermilch. Dadurch führen Sie dem Körper u. a. Vitamin D und Calcium zu, welche für den Knochenaufbau notwendig sind.

Der Säure-Basen-Haushalt stellt sozusagen die Grundlage für die Hay´sche Trenn-Kost dar. Bei dieser Kostform kommt es vor allem auf das richtige Verhältnis von Säurebildnern (20 - 25 %) zu Basenbildnern (75 - 80 %) in der Nahrung an. Zur Trennkost ist anzumerken:

  1. Die Hay`sche Lehre geht davon aus, dass es nicht möglich sei, Eiweiß und Kohlenhydrate gleichzeitig zu verdauen. Aus diesem Grund empfiehlt Dr. Hay Kohlenhydrate und Eiweiße getrennt aufzunehmen. Doch wenn man sich die Zusammensetzung unserer Nahrungsmittel ansieht, so wird deutlich, daß fast immer Eiweiß und Kohlenhydrate gemeinsam darin vorkommen (z. B. 100 g Weißbrot enthalten ca. 8,5 g Eiweiß und 51 g Kohlenhydrate oder 100 g Teigwaren ca. 13 g Eiweiß und 73 g Kohlenhydrate).

     
  2. 2. Dr. Hay`s Lehre vermittelt gleichzeitig den Eindruck, dass durch dieses Trennprinzip bestimmte Erkrankungen (Diabetes, Nieren- oder Fettstoffwechselstörungen, etc.) maßgeblich beeinflußt oder sogar geheilt werden könnten. Die Ursache der häufig verbesserten Stoffwechsellage liegt aber nicht am Trennprinzip, sondern an der höheren Aufnahme pflanzlicher Lebensmittel.

Heute wissen wir, dass

bulletunser Körper sehr wohl dazu in der Lage ist Kohlenhydrate und Eiweiße parallel zu verdauen (unterschiedliche Enzymsysteme) und
 
bulletder positive Effekt der Kostform nach Dr. Hay im bewußten Umgang mit der Ernährung und der Lebensmittelauswahl zu sehen ist, dass aber
 
bulletbei konsequenter Befolgung der Hayschen Lehre auf Dauer eine vollwertige Ernährung nur mit Einschränkungen möglich ist (zu geringer Anteil an Getreide und Hülsenfrüchten).

!!!! Nicht der getrennte Verzehr eiweiß- und kohlenhydratreicher Lebensmitteln sondern die Ernährungsumstellung d. h. mehr von der Pflanze (Obst, Gemüse und Salat) und weniger vom Tier (Fleisch/Wurst) führen zum Erfolg (aus dem selben Grund funktioniert auch die Gewichtsreduktion).

 

Neben der Ernährung spielt aber auch die Lebensweise eine bedeutende Rolle für einen geregelten Stoffwechselablauf - nehmen Sie sich daher Zeit für Ruhe und Entspannung.

Treiben Sie regelmäßig den Sport Ihrer Wahl - das fördert u.a. die Durchblutung des Bindegewebes und hebt die Stimmung.

Regulierende Basenpulver sind in Ihrer Apotheke erhältlich, wo man Sie gerne auch nochmals ausführlich berät.

 

Säure-Basen-Haushalt - was ist das eigentlich?

Jeden Tag gelangen, z. B. über die Nahrung, viele Substanzen in unseren Körper, die den pH-Wert (1 bis unter 7 = sauer; über 7 bis 14 = basisch; 7 ist neutral z. B. Wasser) des Blutes verändern können.

Damit die vielfältigen Stoffwechselprozesse in unserem Körper geregelt ablaufen können, muß der pH-Wert des Blutes bei 7,4 und jener der Körperzellen zwischen 7,0 und 7,2 liegen.

Für die Struktur und Funktion von Eiweißkörpern (Proteine), die Durchlässigkeit von Zellwänden, die Verteilung von Elektrolyten sowie die Funktion des Bindegewebes ist ein Gleichgewicht zwischen Säuren (diese geben positiv geladene Teilchen ab) und Basen/Laugen (sie nehmen positiv geladene Teilchen auf) in unserem Körper unbedingt erforderlich.

Im Normalfall wird durch die sogenannten "Puffer" des Blutes (sie gleichen aus, z. B. Mineral-stoff Phosphor) sowie die Ausscheidung über Nieren und Lunge das Verhältnis zwischen Säuren und Basen in unserem Organismus konstant gehalten. Bei bestimmten Erkrankungen (siehe unten) kann es jedoch zu Verschiebungen im Säure-Basen-Haushalt kommen.

 

Störungen im Säure-Basen-Haushalt

Heute mehren sich die Hinweise darauf, dass eine dauerhafte Störung des Säure-Basen-Haushaltes verschiedene - insbesondere chronische Krankheiten - mitverursachen kann (Rheumatismus, Diabetes mellitus, Herzrhythmusstörungen, Erkrankungen der Niere).

Wodurch kann eine Übersäuerung (= Acidose) entstehen?

bulletEinseitige - säurebildende Ernährung (siehe Tabelle),
bulletDiabetes mellitus,
bulletHeilfasten und Diäten,
bulletStreß, übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen,
bulletschwere Leberschäden sowie
bulletStörungen der Nieren- und Lungenfunktion.

 

Welche Erkrankungen stehen mit der Acidose in engem Zusammenhang?

bulletBedingt durch die Freisetzung von Mineralstoffen (Puffersubstanzen) aus dem Knochen, kann die Entstehung von Osteoporose begünstigt sein (aufgrund der folglich fehlenden Mineralstoffe im Knochen wird dieser brüchig).
bulletDas Bindegewebe kann bei einer Übersäuerung in Mitleidenschaft gezogen werden (Durchblutungsstörungen, Elastizitätsverlust (Cellulitis), Verschleiß des Knorpelgewebes und damit verbunden Schmerzen in den Gelenken).
bulletIn der Muskulatur kann es, bedingt durch die Säureeinlagerung, zu einer Strukturstarre (Muskelverhärtungen oder Weichteilrheumatismus verbunden mit Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen) und zur verminderten Durchblutung des Muskels kommen.
bulletUnspezifische Krankheitsbilder: Allergien, Mundgeruch, Schwindelgefühl, belegte Zunge, unreine Haut, Candida-Befall (Pilzerkrankung), Augenringe, Verstopfung.

Wie kann sich eine schon längerfristig bestehende Übersäuerung (Acidose) bemerkbar machen?

bulletMüdigkeit, Antriebsschwäche
bulletMuskelkrämpfe und Gelenksbeschwerden
bulletErhöhte Stressempfindlichkeit
bulletErhöhte Infektanfälligkeit
bulletAppetitlosigkeit und Sodbrennen
bulletRissige Haut, sprödes Haar, brüchige Nägel,....

Wie kann man eine Übersäuerung nachweisen?

bulletAm leichtesten durchführbar ist die Bestimmung des Urin-pH's. Mit dem in der Apotheke erhältlichen Urin-Teststreifen können Sie selbst Ihren aktuellen Säuregrad messen - Ihr(e) ApothekerIn informiert Sie sicherlich gerne über die Handhabung und Auswertung.
bulletDurch die Bestimmung eines Urin-Tagesprofiles (Sander-Methode) anhand sogenannter Aziditätsquotienten läßt sich eine Aussage über den aktuellen Säure-Basen-Status treffen. Die Methode verlangt allerdings aufgrund der starren Urinsammelzeiten einige Disziplin und muß von einem Speziallabor ausgewertet werden.
bulletBesonders aussagekräftig ist die Bestimmung der Pufferwirksamkeit der roten Blutkörperchen, dazu ist eine Blutabnahme und die Auswertung in einem Speziallabor notwendig.
Unser Rezept für Sie zum Nachkochen "Vegetarische Baguette (ausgleichend)"

 

Saure und basische (siehe Tabelle) Zutaten für 4 Personen:

6 Stück Minibaguette
5 Tomaten
½ Gurke
1 kleine Dose Mais
1 Paprika in beliebiger Farbe
100 g Edamer (30 % F. i. T.)
 

Zubereitung:

Das Backrohr auf 200°C vorheizen.
 

Tomaten und Gurken in Scheiben schneiden, den Paprika würfeln, den Mais waschen und abtropfen lassen.
Den Käse grob reiben (gibt es auch schon fertig zu kaufen).
Baguette halbieren (Schnittfläche nach oben) und nach Belieben mit Gemüse belegen - dann mit Käse bestreuen - und ca. 10 Minuten bei 150 - 170° C im Rohr auf mittlerer Höhe überbacken (Käse sollte schön geschmolzen sein).
GUTEN APPETIT!

Pro Portion ca.: 396,6 kcal; 15,3 g Eiweiß; 10,2 g Fett; 58,3 g Kohlenhydrate
 

Wenn Sie sauer sind - essen Sie eine Zitrone, denn die ist basisch und macht lustig!!!