Menschen, die wenig Möglichkeiten haben, mit anderen über ihre Gefühle und Probleme zu sprechen, in ihrem Lebensraum isoliert sind, übergroße Sorgen haben und durch Lebensumstände an ihrem persönlichen Reifungsprozess behindert worden sind, laufen am ehesten Gefahr, in Abhängigkeit von Alkohol zu geraten. In Österreich erfüllt rund ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung die Kriterien des Alkoholmissbrauchs; etwa 4% sind vom Alkoholkonsum abhängig.
Symptome der Alkoholabhängigkeit:
steigende
Tendenz des Alkoholkonsums
| bei
Entzug Zittern, Nachtschweiß, Durchfall, Erbrechen oder Brechreiz, Schlafstörungen,
Unruhe, Angst, Depressionen; eventuell Halluzinationen)
| Versagen
beim Versuch, auf Alkohol längere Zeit zu verzichten
| Anlegen
von Alkoholvorräten ("Flasche jederzeit griffbereit")
| Aufgeben
von sozialen Verpflichtungen und/oder Freizeitaktivitäten zugunsten des
Alkoholkonsums
| trotz
Folgewirkungen bzw. unerwünschten Nebenerscheinungen Fortsetzung des
Alkoholkonsums | |
Die Lebenserwartung eines Alkoholkranken ist gegenüber der nicht oder gemäßigt trinkenden Bevölkerung um durchschnittlich 23 Jahre verkürzt (Alterserwartung 40 bis 60 Jahre). Gefährdet: Leber, Bauchspeicheldrüse, Hirn, Herz, Blutgefässe, Speiseröhre, Magen, Haut, Nerven; häufigste Todesursachen: Fehlfunktionen der Leber, Tumoren im Mund- und Rachenbereich, Unfall, Selbstmord.
Auch psychische Störungen können Folge von Alkoholmissbrauch sein (z.B. Schizophrenie).
Achtung: Gefahr der Verharmlosung bzw. Verheimlichung durch den/die Betroffenen! Verleugnungstendenz und Abwehr gegen den Verzicht auf das Suchtmittel sind - wie bei anderen Suchtkrankheiten auch - symptomatisch. Angehörige sollten dem Kranken nicht mit Vorwürfen, sondern mit Verständnis begegnen und ihm äußerst feinfühlig zu einer Therapie motivieren.
Die Krankheit verstärkende Faktoren können sein: Depressionen, innere Spannungen, ungelöste familiäre bzw. partnerschaftliche Probleme, äußere Belastungsfaktoren, schwelende Konflikte (siehe auch Stichwort Unruhe und Stress).
Die Heilungschancen für diese Krankheit sind gestiegen, neue Medikamente senken Entzugserscheinungen auf ein leicht ertragbares Minimum. Therapiestationen und Selbsthilfegruppen begleiten die Therapiewilligen. Vielfältige Ausprägungsformen, Abhängigkeitstypen und Verlaufsvarianten erschweren jedoch die psychologische Betreuung.
Akolholabhilfe
(AHA!) Caritativ-Verein für Alkohol-Beratung & Hilfe & Gemeinschaft:
A-
1110 Wien, Kaiserebersdorfer Str. 208, Stg. 11, Tel. 01/769 64 85.
Anonyme Alkoholiker - Kontaktstelle: Barthgasse 5, A-1030 Wien, Tel. 01/799 55 99.
Anonyme
Alkoholiker - Angehörigengruppe:
Geblergasse 45, A-1170 Wien,
Tel. 01/408 53 77
Auskünfte erteilen in Wien die Beratungsstellen des Anton-Proksch-Instituts:
Mackgasse
7-11, 1237 Wien, Tel. 01/888 25 33-0
| Radetzkystrasse
31/6, 1030 Wien, Tel. 01/713 37 88
| Wiedner
Hauptstrasse 5, 1040 Wien, Tel. 01/544 43 76
| Schöpfleuthnergasse
20, 1210 Wien, Tel. 01/270 16 25
| Gräfin-Zichy-Strasse
4, 1237 Wien, Tel. 01/888 25 33-162
| Genesungsheim
Kalksburg, Mackgasse 7-9, A-1230 Wien, Tel. 01/888 25 33-0 | |